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Lapland Ultra 2001 | |
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Eindrücke vom Lapland Ultra
2001
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| Nach zwei Jahren Biel-Pause wollte ich dort
mal wieder laufen um vielleicht auch meine Bestzeit zu unterbieten. Ich
absolvierte das erforderliche Training in gebotenem Umfang und fühlte
mich topfit - blieb nur noch der Risikofaktor Wetter...
Bereits bei der Anfahrt aus Deutschland strömender Regen, der sich
auch in der Schweiz bis zum Abend in Biel fortsetzte. Die Vorstellung,
mit pitschnassen Klamotten stundenlang zu laufen, auszukühlen, sich
angesichts der aufgeweichten Haut auch noch Blasen zu holen und gar
aufgeben zu müssen/wollen, das Ganze in der Nacht, war ein Schreckenszenario.
In den einschlägigen Broschüren fand ich nichts, was demnächst stattfinden
würde und mich reizte. Die Lösung war das Internet. Dort stiess ich
auf eine prickelnde Idee: Der Lapland-Ultra in Nordschweden, ca. 100km
südlich vom Polarkreis, Start 22 Uhr und trotzdem taghell die ganze
„Nacht“! Die Strecke, so die Beschreibung, sollte zu etwa 55% aus festen
feldwegartigen Strassen und den Rest aus regulären asphaltierten Strassen
bestehen. Letzte Teilnehmerzahl ca. 50! Siegerzeit zuletzt bei knapp
unter 9 Stunden! Ganz besonders reizvoll habe ich das Laufen in der
hellen Nacht gefunden und das gab den Ausschlag. Ich meldete mich online
und mit Kreditkartenzahlung bereits nach zwei Tagen an. Gleichzeitig
arrangierte ich per e-Post die Übernachtung für vier Tage in einem Haus
von Annika Johansson. Zu allem Überfluss würde Annika mich dann auch
noch vom Provinzflugplatz Arvidsjaur abholen! Während des Tages hatte ich den Cheforganisator Börje Olofsson (Telefon Stockholm, inkl. Schweden-Vorwahl: 00468965650) kennengelernt, der mir stolz sein 140 Jahre altes Holzhaus zeigte. Börje ist Vereinsvorsitzender des Tureberg FK in Stockholm. Sein Haus in der Tat ein Schmuckstück. Dabei erklärte er ausdrücklich, dass er gern Läufer aufnehme. Der Start war nun tatsächlich eine familiäre Angelegenheit! Da standen also etwa ganze 50 Läufer an der auf die Strasse gesprühten Startlinie und waren locker am Plaudern. Kein aufgeregtes Warmlaufen, keine Cracks, die sich ihrer Wichtigkeit bewusst waren, kein Starttransparent, keine Lautsprecher. Neben mir ein Deutscher aus Erfurt mit seinem sibirischen Husky. Und natürlich schien noch die Sonne (was sie bis etwa 00.15 Uhr tat) und es war angenehm warm. Ich trug eine kurze Hose und ein Trikothemd, darunter ein langärmliges Mikrofaserhemd. Immerhin gab es dann einen professionellen Startschuss von Börje und unter dem Beifall von etwa 100 Zuschauern und der lokalen Presse setzte sich das Feld in Bewegung. Die Überschaubarkeit des Feldes brachte es mit sich, dass man von Anfang an seine Position im Feld kannte! Wo gibt es das? Nach etwa 5 Kilometern begann nun eine gewisse Enttäuschung Platz
zu greifen. Die reguläre Strasse wechselte zu einer Strasse 2. oder
3. Ordnung. Auf einer festen Oberfläche lag grober Kies von etwa 1,5
bis 2cm Körnung. Zwar hatten sich durch die Autos gewisse glatte Fahrspuren
gebildet, aber diese waren nicht durchgänging. Ich musste ständig nach
der besten Oberfläche Ausschau halten und manchmal auch längere Strecken
auf diesem unangenehmen Untergrund laufen. Dabei wechselten Steigungen
und Gefälle. Dennoch war die Stimmung nicht schlecht; schliesslich lief
ich doch bei Tageslicht, angenehmer Temperatur und schöner Landschaft.
Das Feld hatte sich sehr schnell auseinandergezogen und man lief praktisch
allein. So ging es dann viele Kilometer und bei jeder Biegung hoffte ich, dass nun endlich die asphaltierte Strasse beginnen möge. Immer wieder gab es eine Enttäuschung. Nochmal Kies, wieder einen sanften Hügel rauf und wieder runter. In der Summe hat diese Topografie doch mehr Körner gekostet als ich zunächst dachte und das Tempo liess dann doch deutlich nach. Hinzu kam dann noch die aufkommende Kälte. Der Himmel war wolkenlos und die Sonne knapp unter den Horizont gesunken, sodass die Abkühlung schnell voranschritt. Ich spürte die Beine kaum und für die Hände wünschte ich mir Handschuhe. Das Thermometer, wie ich mir später sagen liess, fiel immerhin bis auf 7 Grad C. Etwa bei km 55 begann dann endlich die Asphaltstrasse. Herrliche Landschaft, Sonne wieder da, Strasse glatt aber leicht ansteigend - und zwar elend lang. Richtig deprimierend, sie oben auf der Höhe am Horizont im Unendlichen verschwinden zu sehen. Aber das wollte ich ja haben und so konnte ich wieder unverkrampfter laufen. Angesichts der fortgeschrittenen Uhrzeit, zu der wohl auch Schweden mal schlafen müssen, hatten ein anderer Läufer und ich die Strasse für uns allein. Inzwischen wärmte die wieder höher stehende Sonne. Die Topografie hatte sich eigentlich kaum verändert: Nach wie vor immer mal wieder rauf und runter. Ein langer Anstieg erinnerte mich an die Biel-Strecke (Gosliwil). Die ganze Zeit über kein Rentier, kein Elch, kein Wolf, kein Bär zu sehen - wahrscheinlich aber haben die mich gesehen. Den letzten Kilometer in der Siedlung Adak schliesslich versuchte ich eine eine gute Figur zu machen für die Galerie. Das waren aber lediglich etwa 20 Zuschauer (es war ja schliesslich früh am Morgen kurz vor 8 Uhr!) im Zielbereich an der Dorfschule. Dort schnappte mich eine Helferin, stellte mich zu einer Lappin in Nationaltracht und machte ein Digitalfoto, das ich später als Urkunde erhielt. Zu meiner Überraschung gab es keine Siegerehrung, sondern die Läufer wurden nach und nach so wie ich „abgefertigt“. In der Schule nutzte ich die Gelegenheit einer Massage. Dieser Lauf ist also kein schneller. Er ist im guten Sinne amateurhaft und mit sehr knappem Budget organisiert. Die Helfer sind sehr motiviert. Die familiäre Atmosphäre empfinde ich sehr reizvoll und steht dem Wettbewerbsdruck und der schieren Grösse anderer Läufe gegenüber. Die Unterbringung erfolgt in Ferienhäusern, einem Campingplatz und bei den Familien. In Adak gibt es kein Hotel, keine Pension, kein Restaurant. Selbstverpflegung ist angesagt, wofür die Ferienwohnungen allerdings auch ausgestattet sind. Immerhin wurde in der Dorfschule Frühstück für 30 skr, Mittagessen und Abendessen (jeweils 50 skr = ca. 6 DM) bis Sonntag früh angeboten. In der Kleinstadt Mala in der Nähe soll es auch eine Jugendherberge geben. Der Transport von weiter entfernten Wohnungen oder von Mala zum Start-/Zielort Adak ist kein Problem: er wird mit Privatwagen organisiert. Je nach Transportaufwand, so meine Meinung, sollte man sich aber dafür mit einer Aufmerksamkeit erkenntlich zeigen. Ich schenkte Annika für Ihren Transportdienst von/zum Flugplatz ein grosses Lachsfilet aus dem örtlichen Konsumladen. Diesen Transport über jeweils etwa 70 km sollte man also nicht als im Startgeld inbegriffen betrachten. Wer am Ort mobil sein will (was ich empfehle, wenn man mehrere Tage
bleiben will.), kann am Flugplatz Arvidsjaur einen Mietwagen buchen
- eine Buchung bereits in Deutschland dürfte aber wohl dringend angeraten
sein. Ich fand dort bekannte Mietwagennamen, die es teilweise auch in
Deutschland gibt - welche weiss ich aber nicht mehr. Axel Pfeiffer |
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